Auch in der kalten Jahreszeit bleiben uns viele heimische Vogelarten treu und fliegen nicht in den warmen Süden. Leider müssen sie aber aufgrund des fehlenden Nahrungsangebots oft Hunger leiden. Ein Vogelhäuschen oder eine Futterstelle können für unsere gefiederten Freunde daher lebensrettend sein. Worauf es bei der Vogelfütterung ankommt, seht ihr im folgenden Beitrag.

DIY Vogelhäuschen

Es muss nicht immer das gekaufte Vogelhäuschen aus Holz sein. Viel kreativer – und auch umweltschonender – ist es doch, selbst ein Häuschen (z. B. aus einer PET-Flasche oder einem Milchkarton) zu basteln! Dadurch habt ihr nicht nur eine tolle Beschäftigung im Lockdown, sondern könnt euer Vogelhäuschen auch individuell gestalten.

Richtig platzieren

Damit euer Vogelhäuschen nicht zur Vogelfalle wird (Katzen werden recht schnell auf das tolle Vogelangebot aufmerksam), ist es wichtig, einen sicheren Platz dafür zu finden. Wenn dein Vogelhäuschen weder in Sprunghöhe (Katzen können bis zu 2 m hoch springen!) noch durch Klettern erreichbar ist, können auch Mäuse nicht zum Futter gelangen und es den Vögel wegessen.

Katze sitz am Vogelhaus

Zu diesem Vogelhäuschen wird sich kein gefiederter Freund mehr trauen..

Futterfragen

Welches Vogelfutter für dein Häuschen am besten geeignet ist, hängt davon ab, welche Vögel du anlocken möchtest. Weichfutterfresser (z. B. Rotkehlchen oder Zaunkönig) freuen sich eher über Insekten, Früchte oder weiche Körner (z. B. Mohn), während Körnerfresser wie Finken, Kernbeißer oder Spatzen mit ihrem harten Schnabel auch Leinsamen, Buchweizen oder Sonnenblumenkerne knacken können. Und dann gibt es natürlich noch die ganz pflegeleichte Gruppe der Allesfresser: Dazu zählen unter anderem Elstern, Eichelhäher und Meisen, die sowohl Körner als auch Früchte fressen.

Wenn du möchtest, kannst du unterschiedliche Futterstellen für die einzelnen Typen machen – es funktioniert jedoch auch, wenn du das Futter mischst. Achtung: Lebensmittel, die gesalzen, gewürzt, geschwefelt, oder gar schimmelig sind, solltest du deinen Vögeln auf keinen Fall zu fressen geben. Auch Brot oder Brötchen gehören nicht zur gesunden Vogelnahrung.

Zusätzlich zum Futterhäuschen sind deine gefiederten Gäste auch dankbar für eine Wasserschale. Das gilt vor allem, wenn du ihnen eher trockenes Futter zur Verfügung stellst.

Auch Meisenknödel sind eine Futterquelle, die gut ankommt – und das nicht nur bei ihren Namensgebern! Da sich Vögel allerdings oft in den Plastikverpackungen der Meisenknödel verheddern, ist es besser unverpackte Knödel zu kaufen und diese in einem Behälter mit Eisen- oder Drahtmaschen aufzustellen.

Vogelfutter in Metallring

In diesem Behälter verfängt sich kein Vogel.

Alternativen zum Vogelhäuschen

Nicht alle Vogelarten wissen ein Häuschen auch zu schätzen. Für manche Vögel, wie z. B. Amseln oder Drosseln ist eine Futterstelle am Boden attraktiver. Diese sollte aber unbedingt einen Schutz vor Katzen und anderen Vogeljägern bieten.
Die besten Alternativen zu künstlichen Vogelfutterstellen sind und bleiben aber angepflanzte Sträucher im Garten. Schlehe, Eberesche, Berberitze und Co. bieten Nahrung für unterschiedlichste Vogelarten und fördern so die Vielfalt der heimischen Vogelwelt.

Eberesche als Nahrungsquelle

Die Eberesche dient den Vögeln im Winter als Nahrungsquelle.

Die richtige Pflege

Futterstellen sind leider anfällig für Verunreinigungen, da immer wieder Vögel im Futter herumlaufen. Versuche daher dein Vogelhäuschen einmal alle ein bis zwei Wochen vollständig zu leeren und zu putzen. Es ist auch sinnvoll, nur wenig Futter auf einmal hineinzugeben und dafür öfter nachzufüllen. Dadurch übertragen sich weniger Keime und deine Vögel bleiben den ganzen Winter über fit und gesund.

Vogel am Ast im Winter

Wird das Vogelhäuschen richtig gereinigt, kannst du bald viele Vögelchen im Garten antreffen.

Alle Vögel sind schon da? Stunde der Wintervögel

Wie viele sind denn nun jetzt im Garten? Jährlich veranstaltet Bird Life Austria die Stunde der Wintervögel – und jeder kann mitmachen! 2021 fand sie von 8. – 10. Jänner statt und die Ergebnisse sind bereits ausgewertet. Auf dieser Website findest du die genaue Auflistung der Beobachtungen. Welche Art wie oft gesichtet wurde, ob es einen Unterschied zum Vorjahr gibt etc.. wirklich spannend. 🙂

Mit diesen Tipps wird es in deinem Garten bestimmt bald vor bunten Gästen nur so wimmeln – und bei der Vogelbeobachtung kommt bestimmt keine Langeweile auf!

Quellen und Inspiration von Smarticular und Naturschutzbund Österreich