Der Fasching wird in Österreich schon seit vielen Jahrhunderten gefeiert und als Fasching bezeichnet man jene Zeit zwischen dem „Dreikönigstag“ und dem Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit. Bevor brav gefastet wird, wird nochmal richtig gefeiert und ausgiebig geschlemmt. In den verschiedenen Teilen des Landes gibt es Musik, Tanz, Maskenumzüge, Narrenfreiheit, Rügegerichte und verkehrte Welten und diese erreichen mit dem Faschingsdienstag ihren Höhepunkt. Wie in Österreich gefeiert wird und welche Bräuche in den verschiedenen Bundesländern praktiziert werden, stellen wir euch heute hier vor.

Unsere Naturidyll Hotels sind in den Bundesländern Tirol, Salzburg, Niederösterreich, Burgenland, Kärnten und Südtirol vertreten und speziell in diesen Regionen wird der Fasching gefeiert und die Naturidylle einen Tag in buntes Treiben gehüllt.

Tirol

Begonnen wird meistens schon am „Unsinnigen Donnerstag“ – das ist der Donnerstag vor dem Faschingsdienstag und hier gehen traditionell nur die Damen verkleidet aus dem Haus und ziehen von Tür zu Tür. In den meisten Regionen wird er auch als „Altweiber Fasching“ bezeichnet und Männer müssen hier besonders aufpassen, denn die Frauen haben den Auftrag, keine Krawatte ganz zu lassen, d.h. sie werden kurzerhand abgeschnitten. Beliebte Besuche sind Bürgermeister oder sonstige öffentliche Ämter.

In weiteren Teilen Tirols finden jährlich große Umzüge statt und hier zeigt sich einmal mehr die Liebe zum Brauchtum und zur Tradition. Es gibt unzählige Rituale, um den Frühling einzuläuten und den Winter zu verabschieden. Hier variieren die Bräuche von Glückbringen bis hin zum „ausplaudern“ von lustigen Geschichten, die über das ganze Jahr in der Region passiert sind. Am Faschingsdienstag finden im ganzen Land Faschingsumzüge statt, die besonders bei Kindern sehr beliebt sind und wo es einfach bunt und lustig zugehen soll. Die lokalen Stadtmusikanten führen meist traditionell diese Umzüge an und sorgen für gute und ausgelassene Stimmung.

Salzburg

In Salzburg gibt es die älteste Faschingsgilde und es werden jährlich vielerorst Bälle und Veranstaltungen ausgeführt. In Rauris gibt es zum Beispiel einen großen Faschingsumzug, bei dem verschiedenen Vereine und Gruppen Wägen zu verschiedenen aktuellen Themen schmücken und mit diesen durch die Ortschaften fahren. Anschließend findet eine große Party mit Versteigerung und Tombola statt. In Kleinarl stehen Clowns hoch im Kurs – dort sorgen jährlich viele Clowns und im speziellen die Clowndoctors für Unterhaltung am Berg. Während der gesamten Wintersaison können hier bereits rote Nasen an den Liftkassen für einen guten Zweck gekauft werden und das Geld fließt immer einem guten Zweck zu.

Niederösterreich

In Niederösterreich dreht sich alles um das Austreiben des Winters und um das Wilkommenheißen des Frühlings. Wenn der Fasching dem Ende zugeht, tauchen überall maskierte Gestalten in farbenfrohen Kostümen auf und veranstalten Fachingsumzüge – ganz im traditionellen Sinn und nach jahrhundertaltem Ritual. Besonders schön ist der Fasching für Kinder, viele Umzüge und Kinderparties finden am Faschingsdienstag statt. Selbstverständlich spielt auch der Wein in Niederösterreich eine große Rolle und die köstlichen Weine sind auf vielen verschiedenen Bällen in den Regionen vertreten.

Burgenland

Vor allem in den Regionen rund um den Neusiedlersee gibt es zahlreiche Faschingsveranstaltungen, die jedes Jahr viele Menschen anlocken und für gute Stimmung und Spaß sorgen. Zum Beispiel in Gols gibt es einen riesigen Umzug, wo auch die Krönung des Prinzenpaares stattfindet. Ein besonders schönes Highligth ist auch immer der alljährliche Faschingsball im Schloss Esterházy – bunter Spiele-Nachmittag für Kinder und eine große Party am Abend sorgen für ausgelassene Stimmung vor der Fastenzeit.

Kärnten

Villach ist in der Faschingszeit die Narrenhauptstadt Österreichs. Hier herrscht an diesen Tage absoluter Ausnahmezustand und der Villacher Fasching bildet den Höhepunkt des närrischen Treibens. Der Villacher Fasching wird sogar jedes Jahr im Fernsehen übertragen, bekannte Darsteller in verschiedenen Maskierungen lassen das gesamte Jahr Revue passieren und sind speziell in politischen Gefielden bleibt kein Auge trocken. Der Umzug des Villacher Faschings ist riesengroß, es nehmen jedes Jahr um die 150 Gruppen mit mehr als 3000 Närrinnen und Narren teil und lockt viele Besucher an. Die schönsten Maskierungen werden prämiert und im Anschluss wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Südtirol

Auch in Südtirol gibt es ausgelassene Faschingsumzüge, hier ist alles schrill, laut, klappernd, schellend und stampfend und furchteinflößende Gestalten wie „Zussln“ und „Egetmänner“ ziehen einmal pro Jahr durch die Dörfer. Hier wird klassisch wie anno dazumal der Winter vertrieben. Heute geht es mehrfach um die „Gaudi“.

Eine Gemeinsamkeit aller Destinationen

Eines haben alle Destinationen gemeinsam  – das Verspeisen von „Faschingskrapfen“. Wenn du dieses Jahr noch keinen gegessen hast oder ihn gar noch nie versucht hast, solltest du das unbedingt auch mal tun. Wir haben hier auch ein Rezept für euch, um den Krapfen auch zu Hause selbst zu „backen“ – einfach ein Traum. Ein guter Tipp: In Österreich isst man den Faschingskrapfen traditionell NUR mit Marillenmarmelade, aber wer lieber Erdbeer, Schokolade oder Vanillecreme ausprobieren möchte, das geht natürlich auch. Eine vegane Option haben wir auch für euch gefunden. Viel Spaß beim Nachmachen. 🙂

Rezept für Faschingskrapfen:

Zutaten für 10 Portionen

250ml Milch, 500g Mehl, 60g Butter, 1 Pk Germ/Hefe (40g), 4 St. Eidotter, 50g Staubzucker, 1 Schuss Rum, 1 Glas Marillenmarmelade (zum Füllen), 1 Prise Salz, 0,5 St. Zitrone (Schale abgerieben) – 2 L Frittieröl zum Backen – TIPP: Die Zutaten eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen, weil sich zimmerwarme Zutaten besser verarbeiten lassen.

  1. Für die Faschingskrapfen wird ein Teig aus zimmerwarmer Milch und Germteig zubereitet, dazu wird aus der angegebenen Milch die Hefe eingebrökelt
  2. Ein Teelöffel Zucker (von der Menge entnehmen) zufügen und solange rühren, bis alles schön flüssig ist und keine Stücke mehr zu finden sind. Weiters einen Esslöffel Mehl (von der Menge entnehmen) und in den Vorteig geben, nochmals gut verrühren. Teig ca. 20-25 min ruhen lassen. Der Teig geht schön auf und wirft Blasen.
  3. Mehl in eine Schüssel sieben und eine Mulde daraus formen. Zimmerwarme Butter, restliche Milch, Eigelbe, Salz, restlicher Zucker, Rum, Zitronenschale und den Vorteig („Dampfl“) zum Mehl in die Mulde geben.
  4. Alles zu einem Teig verarbeiten, mit den Händen oder mit der Küchenmaschine verkneten. Danach den Teig wieder bei Zimmertemperatur ca. 30-40 Min mit einem Küchentuch abgedeckt ruhen lassen.
  5. Dann den Teil in ca. 50g große Teile teilen und mit der flachen Hand zu Kugeln formen. Ein Backblech mit einem Tuch belegen, die Teigstücke darauf legen und nochmals ruhen lassen. Je öfter der Krapfenteig aufgeht, umso flaumiger wird er.
  6. Nach der Ruhezeit bei 160°C im Fett schwimmend und mit einem Deckel zugedeckt ausbacken. Sobald sich eine goldbraune Farbe bildet, die Krapfen wenden und für weitere 4 min ohne Deckel fertig ausbacken. Auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.
  7. Die Krapfen abkühlen lassen und mit Hilfe eines Spritzsacks gefüllt mir Marillenmarmelade befüllen. Mit Staubzucker bestreuen und fertig!

 

Vegane Faschingskrapfen:

Zutaten für 10 Portionen

1,5l Öl, 500g Marillenmarmelade, 625g Margarine, 625ml Sojadrink, 750g Mehl, 2 1/2 Pk Germ (40g), 2 Prisen Salz, 2 1/2 EL Staubzucker

  1. Die Margarine und den Sojadrink in einem Topf erwärmen
  2. Mehl, Germ, Zucker und Salz untermengen und zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig in einer geschlossenen Schüssel in ein warmes Wasserbad stellen. Wenn sich der Deckel von der Schüssel hebt, den Teig nochmals durchkneten und wieder rasten lassen.
  3. Aus dem Teig Krapfen formen, zuerst Kugeln und diese dann etwas flach drücken und nochmal zugedeckt mit einem Tuch ruhen lassen
  4. Das Fett in einem Topf auf ca. 160°C erhitzen und die Krapfen auf beiden Seiten goldgelb rausbacken. Mit einem Schaumlöffel die Krapfen herausnehmen und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Die Marmelade mithilfe eines Spritzsacks gefüllt mit Marillenmarmelade füllen und mit Staubzucker bestreuen. Fertig!